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Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
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Vertretungsberechtigte Geschäftsführung: Christoph Dahl (Geschäftsführer), Rudi Beer, Dr. Andreas Weber, Birgit Pfitzenmaier (Prokuristen)
Gesellschafter: Land Baden-Württemberg
Handelsregistereintrag: Amtsgericht Stuttgart HRB 10775

Ob Klimawandel, Ressourcenverknappung oder Bedrohung der biologischen Vielfalt: Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts können nicht allein durch nationale Anstrengungen bewältigt werden. Für eine nachhaltige Entwicklung ist daher eine internationale Zusammenarbeit unerlässlich. Initiativen, Strategien, Beschlüsse und Programme gibt es deshalb auf unterschiedlichsten Ebenen: von den Vereinten Nationen über die Europäische Union und Deutschland bis hin zur Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg.

Im Jahr 1992 wurde auf der „Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen" in Rio de Janeiro mit der „Agenda 21" ein globales Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert beschlossen. Die Unterzeichnerstaaten, unter ihnen auch Deutschland, haben sich darin unter anderem verpflichtet, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln.

Um den Nachhaltigkeitsgedanken staatenübergreifend im Alltag der Menschen zu verankern, haben die Vereinten Nationen die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005 bis 2014) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln. Das Wissen, welche Folgen das eigene Handeln für nachfolgende Generationen und andere Weltregionen hat, soll Menschen auf der ganzen Welt zu einem verantwortungsbewussten Umgang miteinander und mit der Erde befähigen.

Anlässlich der Abschlusskonferenz zu den nationalen Aktivitäten am 29. und 30. September 2014 zogen alle Beteiligten in der so genannten „Bonner Erklärung“ ein sehr positives Fazit der vergangenen zehn Jahre. Gleichwohl benannten sie auch eine ganze Reihe von Herausforderungen, denen man sich im Rahmen des Weltaktionsprogramms BNE der Vereinten Nationen bis 2019 gemeinsam stellen sollte.

Die UN-Klimakonferenz, die im Dezember 2015 in Paris stattfand, ist in die Geschichte eingegangen als erster Welt-Klimagipfel mit einem Klimaschutzabkommen, das alle 195 Nationen auf ein gemeinsames, völkerrechtlich verbindliches Ziel verpflichtet: Die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und auf globale Treibhausgasneutralität ab 2050. Dieses Ziel bedeutet nicht nur den endgültigen Abschied von fossilen Energieträgern, sondern ist auch äußerst ehrgeizig.

Ab 2020 müssen alle Länder alle fünf Jahre eigene Klimaschutzpläne vorlegen, die nur eine Richtung kennen dürfen: immer umfassenderer Klimaschutz, immer geringere Emissionen. Laut Klimavertrag dürfen die Klimaschutzpläne der einzelnen Nationen nicht mehr aufgeweicht werden und sollen so ehrgeizig wie möglich ausfallen. Regelmäßige Bilanzberichte über den Treibhausgasausstoß sollen für Transparenz sorgen und zeigen, ob die Klimaschutzpläne der einzelnen Staaten auch den Praxistest bestehen. Diese Verpflichtung auf konkrete Maßnahmen und auf ein Ziel, das für alle Länder gilt, wurde von Klimaschützerinnen und Klimaschützern lange herbeigesehnt.

Neu ist auch das Element der Solidarität zwischen Industrie- und Entwicklungsländern: Die Staatengemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, den ärmsten und vom Klimawandel am heftigsten getroffenen Ländern unter die Arme zu greifen. Beispielsweise durch Hilfen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Dafür haben die reichen Länder zugesichert, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar zu investieren. Jedes Land soll, im Rahmen seiner Möglichkeiten, dazu beitragen, das angestrebte Ziel zu erreichen: die Erderwärmung auf maximal 2 Grad, besser noch 1,5 Grad zu begrenzen.

Neben den äußerst ehrgeizigen Klimaschutzzielen, die die Weltgemeinschaft auf dem UN-Klimagipfel im Dezember 2015 in Paris beschlossen hat, haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen 2015 auch auf das gemeinsame Arbeiten an einer nachhaltigen Entwicklung festgelegt. Bis zum Jahr 2030 soll für alle Menschen ein Leben in Würde, Freiheit, Frieden und in einer intakten Umwelt möglich sein. Die Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen dabei sowohl ökonomische Ziele als auch ökologische und soziale. Am 1. Januar 2016 sind die „Sustainable Development Goals (SDGs)“ in Kraft getreten.

Die Agenda 2030 besteht aus 17 Hauptzielen mit 169 Unterzielen und löst die Milleniums-Entwicklungsziele aus dem Jahr 2000 ab. Dabei will die neue Agenda nicht weniger als „unsere Welt transformieren“ – so lautet zumindest der Titel der neuen Entwicklungsziele. Die Beseitigung extremer Armut und extremen Hungers sind darin genauso festgeschrieben wie Frieden und Gerechtigkeit, das Recht auf Bildung, auf eine gute Gesundheitsversorgung, auf Gleichberechtigung der Geschlechter oder auf sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen für alle Menschen. Ungleichheiten innerhalb und zwischen Staaten sollen abgebaut, Innovation, Infrastruktur und erneuerbare Energien ausgebaut und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden, um weltweit menschenwürdige Arbeitsplätze zu schaffen. Auch mehr Nachhaltigkeit in Städten und Gemeinden, eine Förderung des verantwortungsvollen Konsums sowie der Schutz der Ökosysteme an Land und im Wasser sind Teil der Agenda 2030. Außerdem haben sich die Nationen darauf verständigt, in einer globalen Partnerschaft an der Erreichung dieser Ziele zu arbeiten.

Die weltweit gültigen Ziele müssen von den einzelnen Mitgliedsstaaten auf Machbarkeit geprüft und auf die eigene Ebene transformiert werden – von Industrieländern ebenso wie von ärmeren Staaten. Dafür sollen von der Weltgemeinschaft bis 2030 viele Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden. Damit der Fortschritt hin zu einer gerechteren Welt auch statistisch erfasst werden kann, will eine internationale Expertengruppe bis März 2016 Indikatoren für die SDG definieren und verbindliche Monitoring-Möglichkeiten vorstellen.

Ein Video zu den "Global Goals" der Vereinten Nationen finden Sie hier.
Die Webseite www.globalgoals.org enthält weitere Informationen.

Auch die Europäische Union hat sich dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben. Im Jahr 2001 wurde die EU-Nachhaltigkeitsstrategie von den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ins Leben gerufen und seitdem mehrfach modifiziert. Die „Strategie für nachhaltige Entwicklung" umfasst alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – die ökologische, die ökonomische und die soziale. Die Strategie verfolgt das Ziel, die heutige Lebensqualität aufrechtzuerhalten und zu verbessern, für uns und zukünftige Generationen. Als zentrale Herausforderungen werden hier die Themen Klimawandel, Verkehr, Konsum und Produktion, Ressourcen, Gesundheit, soziale Eingliederung, Demografie und Migration sowie Armut und Entwicklung benannt.

Wegweisend für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland ist die nationale Nachhaltigkeitsstrategie. Sie wurde im Jahr 2002 von der Bundesregierung beschlossen und wird seitdem fortlaufend weiterentwickelt. Ihr Name „Perspektiven für Deutschland" ist Programm: In der Nachhaltigkeitsstrategie werden 21 Ziele und Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands im 21. Jahrhundert aufgezeigt. Die Strategie basiert auf vier Leitlinien: Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung.

In Fragen der Nachhaltigkeitspolitik wird die Bundesregierung vom “Rat für Nachhaltige Entwicklung" unterstützt. Dem Rat, der 2001 von der Bundesregierung berufen wurde, gehören 13 Personen des öffentlichen Lebens an. Zu seinen Aufgaben gehört außerdem, zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie beizutragen, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen und konkrete Handlungsfelder aufzuzeigen.

Auf Länderebene nimmt Baden-Württemberg mit seiner 2007 ins Leben gerufenen und 2012 neu ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Die Landesregierung hat sich mit der neuen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit zum zentralen Entscheidungskriterium des Regierungs- und Verwaltungshandelns zu machen und gleichzeitig eine Plattform zu bieten, um Fragen nachhaltiger Entwicklung in Kooperation mit den gesellschaftlichen Akteuren anzugehen.

Nachhaltigkeit soll zum Markenzeichen von Baden-Württemberg werden. Um das zu erreichen, werden Ziele formuliert, Messinstrumente entwickelt, Schwerpunkte gesetzt und Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteurinnen und Akteure aus Gesellschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft aktiv mit in die Prozesse nachhaltiger Entwicklung einbezogen. Die Webseiten www.nachhaltigkeitsstrategie.de und www.energiewende.baden-württemberg.de informieren ausführlich über die Initiativen und Anstrengungen des Landes für mehr Nachhaltigkeit.